Zwei Wege führen von der Datei zum Teil: geschmolzenes Filament aus einer Düse – oder flüssiges Harz, das ein UV-Display Schicht für Schicht aushärtet. In der Einstiegsklasse kosten beide Verfahren ähnlich viel, und genau deshalb ist die Frage schwer. Entschieden wird sie an vier Punkten: wie fein das Ergebnis werden muss, was das Material im Betrieb kostet, wie viel Arbeit nach dem Druck anfällt und welchen Arbeitsplatz du hast. Dieser Artikel geht sie mit dem durch, was Hersteller und Sicherheitsdatenblätter hergeben.
- Auflösung: Für MSLA-Harzdrucker geben die Hersteller die Pixelgröße in der Bauebene an – aktuell 14 bis 46 µm. Eine vergleichbare XY-Angabe für FDM-Consumer-Geräte veröffentlicht kein Hersteller. Formlabs formuliert nur qualitativ: bei FDM „layers are generally clearly visible on the surface“, bei SLA „minimal visible layer lines“.
- Materialkosten: Formlabs stellt Filament und Harz gegenüber, bezieht sich dabei aber auf eigenes Profimaterial. Consumer-Harz liegt deutlich darunter.
- Nachbearbeitung: Laut Formlabs braucht ein SLA-Teil Spülen in Isopropanol, Nachhärten und Stützenentfernung; ein FDM-Teil „doesn’t require cleaning“. Das ist der größte Alltagsunterschied.
- Arbeitsschutz: Das Elegoo-Sicherheitsdatenblatt stuft Harz als hautreizend (Kat. 2), hautsensibilisierend (Kat. 1), schwer augenreizend (Kat. 2A) und chronisch gewässergefährdend (Kat. 2) ein. Handschuhe nach EN 374, Schutzbrille nach EN 166, Belüftung und Entsorgung über zugelassene Entsorger stehen dort ausdrücklich.
- Lüftung: Formlabs empfiehlt für Räume mit seinen SLA-Geräten mindestens drei vollständige Luftwechsel pro Stunde – eine Anforderung an den Raum, nicht an das Gerät, und nicht für FDM.
Was du für diese Entscheidung wirklich brauchst
Bevor ein Modellname fällt, lohnt eine Bestandsaufnahme in vier Punkten. Sie entscheidet die Frage meist von selbst:
- Wie klein ist das kleinste Detail, das sichtbar bleiben muss? Bei einem Gesicht im Maßstab 1:32 oder einer Schmuckfassung geht es um wenige Hundertstelmillimeter. Bei einer Halterung oder einem Gehäuse reicht eine Extrusionsbahn.
- Wie groß ist das Teil? Harzdrucker der Einstiegsklasse bauen rund 143 × 90 × 150 mm (Elegoo Mars 5) bis 153 × 87 × 165 mm (Anycubic Photon Mono 4); FDM-Geräte derselben Preisklasse beginnen bei 180 mm Kantenlänge.
- Wird das Teil belastet? Formlabs ordnet FDM „quick and low-cost prototyping of simple parts“ zu, SLA „highly detailed prototypes requiring tight tolerances“, Formen, Muster und Schmuck.
- Welchen Arbeitsplatz hast du? Harzdruck braucht einen Ort, an dem Handschuhe, Lösemittel und Lüftung selbstverständlich sind. Formlabs schließt den Betrieb in „closed off, unventilated spaces such as closets or small storage rooms“ aus.
Worauf diese Einordnung beruht
Wir haben keines dieser Geräte getestet. Alles, was hier über Bauräume, Pixelgrößen, Displayauflösungen und Lieferumfänge steht, stammt aus Herstellerangaben mit Abfragedatum 19.08.2026 – Produktseiten von Elegoo, Anycubic, Phrozen und Bambu Lab. Die Aussagen zu Oberfläche, Nachbearbeitung und Einsatzzweck stammen aus dem Vergleichsbeitrag „FDM vs. SLA“ von Formlabs, die zum Umgang mit Harz aus dem Elegoo-Sicherheitsdatenblatt „Temperature Variational Resin“ und dem Formlabs-Sicherheitsleitfaden.
Für dich heißt das: Du liest eine Zuordnung von Anforderung zu Spezifikation, keine Messung. Gibt ein Hersteller 18 µm an, ist das eine Angabe über sein Display – nicht über die Maßhaltigkeit deines Teils. Wo eine Zahl fehlt, steht das hier als Lücke, nicht als Schätzung.
Auflösung und Oberfläche: der Unterschied, den man sieht
Beim MSLA-Verfahren belichtet ein monochromes LCD die Schicht als Maske. Das kleinste darstellbare Element ist ein Displaypixel, und dessen Kantenlänge geben die Hersteller an: 14 × 19 µm beim Elegoo Saturn 4 Ultra 16K, 17 × 17 µm beim Anycubic Photon Mono 4 Ultra, 18 µm beim Elegoo Mars 5 Ultra, 35 µm beim Elegoo Mars 5, 46 µm beim Anycubic Photon Mono M7 Max. In Z sind 0,01 bis 0,2 mm einstellbar, bei einzelnen Geräten bis 0,30 mm.
Beim FDM-Druck begrenzt keine Pixelmaske das Detail, sondern Bahnbreite und Schichthöhe. Genau hier endet die Vergleichbarkeit: Eine herstellerseitige XY-Genauigkeitsangabe für FDM-Consumer-Drucker als Gegenstück zur Pixelgröße existiert nicht. Wer dir eine µm-Zahl für einen FDM-Drucker nennt, meint meist die Schrittauflösung der Motoren, und die sagt über das gedruckte Detail nichts. Belastbar bleibt die qualitative Aussage von Formlabs: sichtbare Schichten bei FDM, weitgehend unsichtbare bei SLA.
Praktisch: Was aus wenigen Millimetern Abstand überzeugen muss, spricht für Harz; was aus Armlänge betrachtet wird und funktionieren muss, für Filament. Welche Harztypen es gibt, ordnet der Artikel zu den Resin-Arten ein.
Die Geräte, die die Voraussetzungen mitbringen
Einstiegsgeräte beider Verfahren nebeneinander – keine Rangfolge, sondern eine Zuordnung nach Herstellerangaben:
| Modell | Entscheidendes Merkmal laut Hersteller | Preisklasse |
|---|---|---|
| Elegoo Mars 5 (MSLA) | 143,43 × 89,6 × 150 mm, 6,6″ Mono 4K, 35 µm XY | bis 300 Euro |
| Elegoo Mars 5 Ultra (MSLA) | 153,36 × 77,76 × 165 mm, 7″ Mono 9K, 18 µm XY | bis 300 Euro (Liste ohne Rabatt: 300–500) |
| Anycubic Photon Mono 4 Ultra (MSLA) | 153,4 × 87 × 165 mm, 7″ Mono 10K, 17 × 17 µm XY | 300–500 Euro |
| Bambu Lab A1 mini (FDM) | 180 × 180 × 180 mm, „Full-auto Calibration“, Kamera | 300–500 Euro |
| Elegoo Centauri Carbon 2 (FDM) | 256 × 256 × 256 mm, geschlossen, Düse 350 °C, Bett 110 °C | 300–500 Euro |
Auffällig ist, was die Tabelle nicht zeigt: einen Preisunterschied zwischen den Verfahren. Der entsteht erst danach – bei Verbrauch und Zubehör. Auf der FDM-Seite sind das Ersatzdüsen und Druckplatten, wie der Artikel zum Zubehör für den A1 mini zeigt; auf der Harzseite Handschuhe, Alkohol, Trennfolien und eine Härtestation.
Der kompakte FDM-Einstieg ist das Segment für alle, die drucken wollen, ohne einen Chemiearbeitsplatz einzurichten. Prüfe vor dem Kauf, ob der Bauraum zu deinen größten Teilen passt und ob am Aufstellort ringsum Platz bleibt – Geräte mit offenem Rahmen brauchen Bewegungsraum für Bett oder Portal.
Wo die Unterschiede praktisch zählen: Material, Zeit, Nachbearbeitung
Materialkosten. Formlabs kommt für SLA-Harz auf ein deutlich höheres Niveau je Liter als für Filament je Kilogramm – die Zahlen betreffen aber Formlabs-eigenes Profimaterial und sind nicht auf den Consumer-Markt übertragbar. Elegoo führt sein ABS-Like Resin in Gebinden zu 1 und 2 kg zu einem Bruchteil dessen. Consumer-Harz und Standardfilament liegen je Kilogramm also näher beieinander, als der Formlabs-Vergleich nahelegt – beim Harz kommen aber Isopropanol, Handschuhe, Trennfolien und irgendwann das Display dazu.
Zeit. Beim Harzdruck wird eine ganze Schicht auf einmal belichtet. Ob eine Figur oder vierzig auf der Platte stehen, ändert an der Druckzeit fast nichts – sie hängt an der Bauhöhe. Elegoo gibt für Mars 5 Ultra und Saturn 4 Ultra „up to 150 mm/h“ an, Anycubic für den Photon Mono M7 Pro 130 mm/h mit Standardharz bei 0,1 mm Schichthöhe. Beim FDM-Druck steigt die Zeit mit jedem zusätzlichen Teil.
Nachbearbeitung. Hier werden Umsteiger überrascht. Formlabs beschreibt den SLA-Ablauf als Spülen in Isopropanol oder einem Ersatzlösemittel, Nachhärten und Entfernen der Stützen; FDM-Teile „doesn’t require cleaning; unsupported finished parts are ready for use“. Elegoo verlangt im Handbuch des Mars 5 Ultra Ethyl- oder Isopropylalkohol mit 95 % oder mehr, sofern kein wasserwaschbares Harz zum Einsatz kommt, und verweist auf die eigene Wasch- und Härtestation. Rechne pro Druck mit einem festen Block Nacharbeit – wie der abläuft, steht im Artikel zu Wasch- und Härtestationen.
Arbeitsschutz und Entsorgung: der harte Teil beim Harz
Hier endet die Symmetrie der Verfahren. Flüssiges Photopolymer ist ein Gefahrstoff, und das steht nicht in einem Forum, sondern im Sicherheitsdatenblatt. Elegoo stuft sein „Temperature Variational Resin“ nach GHS als hautreizend Kategorie 2, hautsensibilisierend Kategorie 1, schwer augenreizend Kategorie 2A und chronisch gewässergefährdend Kategorie 2 ein. Die H-Sätze lauten unter anderem „Causes skin irritation“, „May cause an allergic skin reaction“ und „Toxic to aquatic life with long lasting effects“.
Dasselbe Datenblatt leitet daraus konkrete Vorgaben ab: Schutzhandschuhe nach EN 374, etwa aus Butylkautschuk, Schutzbrille nach EN 166 beziehungsweise NIOSH, Raumlüftung oder örtliche Absaugung („Keep indoor ventilation or local exhaust device“) und Entsorgung über zugelassene Entsorger. Formlabs schreibt „Always wear non-reactive nitrile or neoprene gloves“ und schließt geschlossene, unbelüftete Räume aus. Für den Raum nennt Formlabs eine Zahl: mindestens drei vollständige Luftwechsel pro Stunde, ersatzweise ein Abluftventilator im Fenster. Das ist die einzige belegte Luftwechselangabe im Feld, und sie beschreibt den Raum, nicht das Gerät – mehr dazu im Artikel zur Lüftung beim Resindruck.
Die Einstufung „chronisch gewässergefährdend“ beantwortet die Ausgussfrage abschließend: Flüssiges Harz und belastetes Waschwasser gehören dort nicht hinein, auch nicht bei wasserwaschbarem Harz. Reste vollständig aushärten und als Feststoff entsorgen, größere Mengen und gebrauchtes Isopropanol zur Schadstoffsammelstelle. Das Elegoo-Handbuch verlangt zusätzlich, Drucker und Zubehör außerhalb der Reichweite von Kindern zu halten; welche Ausrüstung dazugehört, steht im Artikel zur Schutzausrüstung beim Resindruck. Beim FDM-Druck gibt es diese Stoffseite so nicht.
Was die Datenblätter nicht sagen
- Es gibt keine vergleichbare FDM-Genauigkeitsangabe. Ein Zahlenvergleich „µm gegen µm“ zwischen den Verfahren ist mit Herstellerangaben nicht führbar.
- Kein Hersteller erklärt die Wasch- und Härtestation für zwingend. Elegoo verweist im Handbuch auf die eigene Station, eine Pflichtformulierung findet sich in den geprüften Quellen nicht. Nötig ist die Nachbehandlung trotzdem; sie lässt sich nur auch manuell erledigen.
- Zur zulässigen relativen Luftfeuchte im Betrieb nennt keiner der geprüften Hersteller einen Prozentbereich. Zur Temperatur schon: Elegoo empfiehlt 25 bis 30 °C, Anycubic rät unter 20 °C zu 30 % längerer Belichtung und 30 % geringerer Z-Hubgeschwindigkeit.
- Zur Standzeit des Displays gibt es eine einzige Herstellerzahl: Phrozen nennt für den Sonic Mighty 16K „2.000+ Stunden“, gut acht Monate bei acht Druckstunden täglich. Elegoo nennt für den LCD-Tausch keine Stundenzahl, nur das Symptom.
- Ein herstellerseitiger Vergleich „Resin gegen FDM“ von Elegoo, Anycubic oder Phrozen existiert nicht. Die einzige Gegenüberstellung stammt von Formlabs – einem Anbieter beider Verfahren, aber im professionellen Segment.
Kompakte MSLA-Geräte sind das Gegenstück für alles, was fein werden muss. Vor dem Kauf zählen zwei Fragen: Passt dein größtes Modell in den Bauraum, und hast du einen belüfteten Platz für Handschuhe, Lösemittel und Härtestation?
Wann du das Geld nicht ausgeben solltest
Kauf keinen Harzdrucker ohne geeigneten Platz. Schlafzimmer, fensterloser Abstellraum, Küche – das sind keine Aufstellorte. Formlabs schließt geschlossene, unbelüftete Räume aus, das Sicherheitsdatenblatt verlangt Lüftung oder Absaugung.
Kauf keinen Harzdrucker als Zweitgerät „für den Fall“. Ein selten genutzter macht Arbeit: Harz zurückfiltern, wenn er länger stillsteht – Elegoo nennt 48 Stunden –, die Z-Achse alle zwei bis drei Monate schmieren, die Trennfolie prüfen. Gelegenheitsnutzung passt besser zu FDM.
Kauf keinen Harzdrucker für belastete Funktionsteile. Für ein Bauteil, das dauerhaft unter Last steht oder draußen der Sonne ausgesetzt ist, ist Filament die passendere Wahl.
Umgekehrt: Kauf keinen FDM-Drucker, wenn deine Anwendung Miniaturen sind. Kein Düsendurchmesser holt eine 14-µm-Pixelkante ein. Trifft beides zu, liegen zwei Einstiegsgeräte zusammen in der Region eines Mittelklassegeräts – oft ehrlicher als ein Kompromiss. Was ein Harzdrucker ab Tag eins braucht, steht im Artikel zum Resin-Einstieg.
Häufige Fragen
Ist ein Harzdruck stabiler als ein FDM-Druck?
Anders, nicht pauschal stabiler. Harzteilen fehlt die typische Schwachstelle zwischen den Schichten, dafür sind sie meist spröder. Vergleichswerte, die beide Verfahren unter denselben Bedingungen prüfen, veröffentlicht keiner der Consumer-Hersteller. Formlabs ordnet SLA ausdrücklich Detailteile, Formen und Muster zu, nicht dauerhaft belastete Bauteile.
Kann ich einen Harzdrucker ohne Wasch- und Härtestation betreiben?
Ja – kein Hersteller erklärt sie in den geprüften Quellen für zwingend. Die Arbeitsschritte entfallen dadurch nicht: Waschen in mindestens 95 % Alkohol und Nachhärten mit UV-Licht bleiben Teil des Verfahrens und werden dann manuell erledigt. Der Umgang mit dem Lösemittel wird dadurch nicht einfacher, sondern offener.
Riecht ein FDM-Drucker nicht auch?
Ja, je nach Material unterschiedlich stark. Der Unterschied liegt im Aggregatzustand: Beim FDM-Druck hantierst du mit einer festen Spule, beim Harzdruck mit einer Flüssigkeit, die laut Sicherheitsdatenblatt hautreizend und hautsensibilisierend ist. Daraus folgen Handschuh- und Entsorgungsvorgaben, die es beim Filament so nicht gibt.
Entfällt der Aufwand bei wasserwaschbarem Harz?
Nur das Lösemittel. Elegoo nennt die Alkoholreinigung ausdrücklich für den Fall, dass kein wasserwaschbares Harz verwendet wird. Das Waschwasser enthält danach gelöstes, nicht ausgehärtetes Harz und fällt unter dieselbe Einstufung „gewässergefährdend“. Nachhärten und Schutzausrüstung bleiben unverändert.
Fazit
Die Entscheidung fällt an der Anwendung, nicht am Gerät. Sollen kleine, feine Dinge entstehen – Miniaturen, Büsten, Schmuckmuster –, ist der Harzdrucker das Werkzeug dafür, und die Pixelgrößen von 14 bis 46 µm sind der belegte Grund. Sollen Halterungen, Gehäuse und Vorrichtungen entstehen, ist es der FDM-Drucker, mit deutlich weniger Aufwand pro Druck.
Der zweite Teil ist keine Geschmacksfrage: Harzdruck setzt einen Arbeitsplatz voraus, an dem Handschuhe nach EN 374, Schutzbrille nach EN 166, Lüftung und geordnete Entsorgung selbstverständlich sind. Formlabs‘ Anforderung von mindestens drei vollständigen Luftwechseln pro Stunde beschreibt den Raum, nicht das Gerät – wer diesen Raum nicht hat, hat die Frage bereits beantwortet.
Das könnte dich auch interessieren
Transparenz: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Käufen. Für dich entstehen dadurch keine Mehrkosten. Preise und Verfügbarkeit werden über die Amazon-API abgerufen und können sich ändern; es gilt der auf Amazon angezeigte Preis.

